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Wenn Sie diesen Text nicht lesen können,
dann ist Ihr Rechner wohl im Eimer :=)

Mein Heimorgelbau

Da ich unser Orgelbauforum der GdO sehr vermisse, habe ich versucht, meine Baufortschritte nachträglich hier zu dokumentieren.


Bau einer Relais-Lade für die Registeransteuerung

Diese Lade bekommt ihren Impuls von den Registerzügen, welche über einen Kegel Luft an die Bälgchen der Relais-Lade geben. Es soll eine mit Forte- und Piano-Gruppenauswahl (pneumat. Selbsthaltung) mit Fusstastern realisiert werden.

Das Relais steuert dann die grösseren Bälge der Klappen für die Windzufuhr der einzelnen Kegelladen.


Hier die neuen Registerwippen. Sie werden mit Blattfedern in ihrer jeweiligen Position gehalten. Natürlich gab es im Internet keine brauchbaren Bilder, die den Nachbau erleichtert hätten.
In der Mitte wird noch eine Wippengruppe für das 1. Manual eingebaut. Links Wippen fürs Pedal und rechts fürs 2. Manual.


Nach ersten Fehlversuchen mit Nadelholz, habe ich nun aus einem Buchebrett Stäbe herausgesägt und die Halter für die Achsen der Wippen zu Gruppen zusammengeklebt.


Die Wippen selber bestehen aus Fussbodenlaminat.


Darauf wird eine Windlade mit Kegelventilen montiert, die den Wind für die Registerbälge weiterschaltet.

Bau einer (einigermassen) transportablen Orgel mit MIDI-Klaviatur.

Es werden vorerst 3 Türme entstehen, die Pfeifen und Elektronik enthalten. Diese sind fahrbar und haben wie bei einer Modulanlage einer Modellbahn auf dem Sockel einen Luftanschluss, so dass man die Module mit mehr oder weniger Platz von einander getrennt aufstellen kann.

Das erste Modul befindet sich derzeit im Bau und ist eine mechanische Kegellade, ausgestattet mit 24V-Ventilmagneten.




Diese werden von mehreren 8-Bit-Relaiskarten angesteuert, die über ein Schieberegister mit GPIO Ausgängen eines Raspberrys verbunden sind. Eine Software soll die MIDI-Daten von Klaviatur und Pedal umwandeln und mit entsprechenden Registerschaltern soll bei momentan nur einem Register (Gedeckt 8) eine Unter- und Oberoktavkoppel realisiert werden.



Hier der Mittelteil mit Gebläse:



Ältere bereits realisierte Projekte:

Bau einer Kombi-Lade mit Ansteuerung eines Pedalregisters und 3 Manualregister.

Bau einer neuen Manualwindlade für Manual I mit Stechermechanik und Ventilabgang zur Rückseite

Ursprünglich befand sich der Luftaustritt auf der Vorderseite und man musste die Schläuche zu den Windladen in einem Bogen um den Revisionsdeckel der Manualwindlade legen…, man lernt halt nie aus :=)


Hier sieht man die bereits im Spieltisch eingebaute Windlade…




Links: Labialregister, war ursprünglich einmal eine Oktave 4‘ und wird bei mir zu Salicional 4‘ wegen seiner eng mensurierten Pfeifen.

Hinten sieht man einen Teil der Flöte 8‘, der schwebend gestimmt ist.

Darunter befindet sich die Kegellade des 8-Fuss-Registers, das unter den Dachbalken liegt und das für Flöte und Prinzipal 8‘

gemeinsam für die unterste Oktave genutzt wird.

Rechts ein Teil von Bourdon 16‘.









Links sieht man die nach vorne gekippten Holzpfeifen von Bourdon 16‘ und rechts darüber das Relaise für die Register Salicional 8‘ und Bourdon 16‘.

Darüber liegen die 8‘-Pfeifen für Flöte und Prinzipal und ich habe mir da schon oft den Kopf angehauen :=)


Ich habe schon sehr viel ausprobiert und mit Provisorien gelebt, bis man sich dann wieder ein Herz fasst und alles nochmal zerlegt und schöner wieder zusammensetzt.
Bei einem Neubau würde man alles anders machen, aber wenn man eine Orgel als Hobby baut, dann versucht man aus verschiedenen vorhandenen Teilen, sei es Orgelregister oder Windladenteile oder Klaviaturen ein Gesamtwerk zu bilden, das nicht den aktuellen Normen unterliegt, sondern immer eine Zwischenlösung darstellt.

Manchmal gibt es das Problem, dass verschiedene Töne, obwohl sie nebeneinander im Relais oder in der Kegellade liegen, unterschiedlich lang brauchen, bis sie erklingen. Dann muss das Problem erörtert werden und man verbringt oft Stunden damit, den Fehler zu finden, wechselt mehrere Membranen aus und probiert dieses und jenes, bis man sich dann darauf besinnt, dass man hier fast alles selbst gebaut hat und kein Profi ist und deshalb muss es auch nicht perfekt sein.


Hier meine Art Membranen zu fertigen.



Das Foto ist etwas unscharf geworden, aber ich beginne meistens damit, über eine Schablone mehrere Membranen aus Polypel anzuzeichnen und auszuschneiden.


Dann stanze ich mit einem Locheisen die Öffnung und trenne die einzelnen Abschnitte.

Nun klebe ich auf die Membranenleiste einen Pappring auf und darauf im 2. Durchgang eine Membrane, die ich jeweils zur Mitte hin überlappend falte und klebe.


Beim letzten Schritt werden die Enden oben und unten noch mit Klebstoff eingestrichen und umgeschlagen. Darauf kommt noch eine Pappscheibe und ein rechteckiger Karton.



Hier ein rundes Bälgchen.
War eine Fehlentwicklung, denn der Hub war zu gering und ich habe es erst gemerkt, nachdem ich etwa 40 davon angefertigt hatte.

Man lernt den Beruf nicht ohne Grund 3 Jahre :=)


Hier mache ich gerade Verführungen für die Orgelpfeifen im Stock. Leider muss man sich oft mit Holz minderer Qualität aus den Baumärkten behelfen und dann manche Teile nochmal anfertigen, wenn sie sich verzogen haben.




Dieser Windkanal ist inzwischen auch bereits wieder Geschichte.

Er verband das Gebläse, das im Nebenraum stand, mit den Windladen. Es hat sich gezeigt, dass ein 70er HT-Rohr viel bessere Eigenschaften zur Versorgung der Bälge und Laden in sich birgt, als ein selbst gezimmerter Holzkanal.


So sah meine Orgel mal aus

Man hatte Probleme in die Orgel zu gelangen, um einen Fehler beheben zu können. Gut, die Wege vom Relais zur Lade waren kürzer, aber der Pfeifenbestand nahm stetig zu und man wusste damals schon nicht mehr, wo man die Register unterbringen sollte und damals hatte ich noch sehr viel mit Hartholz für die Laden gearbeitet und anschliessend den Vorteil der Kiefer entdeckt :=)


...deshalb wurde die Orgel weiter vergrössert und füllt nun das ganze Zimmer aus :=)
recht viel zugänglicher ist sie nicht geworden....


Hier mal wieder einige Werkstattbilder:

Die neue Windlade für die Gamba 4:

sowie für die letzte Oktave des Prinzipals:

...und einen Magazinbalg als Schwimmer gebaut, wird es auch geben:

Fortsetzung folgt….