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dann ist Ihr Rechner wohl im Eimer :=)

Musikinstrumente, selbst gebaut

Bundfreies, einchöriges Clavichord

Da ich irgendwo noch eine Orgelklaviatur liegen hatte, beschloß ich, damit ein Clavichord aufzubauen....
So in etwa beginnen all meine Projekte.
Natürlich gab es in diesem Fall auf die Schnelle nirgends eine Bauanleitung und ich verbrachte Tage, um im Internet irgendwelche professionelle Anbieter zu studieren.
Bei solchen Situationen hilft mir immer das Deutsche Museum in München, welches ich schon öfters bemühen durfte. Ich erfuhr, dass es hierzu einige Materiallieferanten und diverse Literatur gäbe.
Eine Fahrt nach München und das Studium einiger hochinteressanter Werke, teilweise in Englisch, brachten endlich Licht ins Dunkel und ich konnte mir ungefähr ein Bild machen, in wie weit Drahtdurchmesser und Zugfestigkeit zur gewissen Saitenlänge in Zusammenhang stehen und die Planung des eigenen Instrumentes konnte beginnen.

Nach einigen Umbauten hier das fertige Instrument in letzter Fassung:

Fast fertig ... :=)

Detailansicht

Als Holz bot sich Kiefer und Buche an, das es in Brettern geschnitten im Baumarkt gibt. Für die Tangenten habe ich mit der Beißzange gekürzte Hakennägel (2,2x30mm) verwendet. Die Klaviatur war ja bereits fertig, lediglich die Tastenenden mussten noch verlängert werden. Damit die Tastenenden wieder schön zurückfallen, habe ich mit Ponal auf die Unterseite verzinkte Muttern M10 geklebt. Die längeren Tasten haben eine gemeinsame hintere Auflage, die kürzeren besitzen auf der Unterseite Einstellschrauben (Orgelbau), damit alle Tasten etwa gleich in Grundstellung liegen. Anfangs probierte ich mangels Original-Wirbel mit Gewindeschrauben, deren Gewindeseite ich etwa 1cm eingesägte und wollte dann die Saite dann von unten mittels eines Schraubenschlüssels stimmen. Das ging jedoch nicht zufriedenstellend.

Es geht eben nicht ohne das richtige Handwerkszeug!!!
Ich habe nun Wirbel von der Firma Vogel, Jestetten käuflich erworben. Diese haben ein konisches Rechtsgewinde und liegen bei 5mm Durchmesser. Die Bohrung für die Wirbel wird mit einem Metallbohrer (4,5mm) ausgeführt und der Wirbel sollte bis zum Gewinde ins Holz geschlagen werden.
Ein Tipp (habe ich alles erlesen) damit der Saitendraht nicht wieder aufgeht, muss beim Zusammendrillen ein Ende umgebogen werden und ein paar Umdrehungen wieder mit hochgewickelt werden. Vorher hatte ich Messingdrähte immer verlötet, was zwar gut hielt, aber einen enormen Zeitaufwand darstellte.

Folgende Tabelle erläutert die Drahtauswahl:

Töne Material ungefährer Abstand
zwischen Anhang
und Steg
Lieferant
c3-d4 0.309 mm Eisen 40 cm Vogel
c1-h3 0.364 mm Eisen 80 cm Vogel
f0-h0 0.4 mm Messsing 96 cm Bastelgeschäft
c0-e0 0.5 mm Messsing 96 cm Bastelgeschäft


Zur genaueren Bestimmung der Anschlagspunkte habe ich einen Plan im Maßstab 1:1 angefertigt. Dort errechnete ich die ungefähre Lage des Steges und zeichnete ihn ein. Dann übertrug ich die Maße auf die Tastenenden und zeichnete die Anschlagspunkte an. Diese bohrte ich mit 2mm vor und montierte die Tangenten (Hakennägel) ins Holz. Der Resonanzboden (aus Kostengründen in Sperrholz) ist ein separater Kasten, der mit dem Rahmen verschraubt ist. Unter dem Sperrholz wo die Wirbel eingelassen sind, habe ich einige Lagen Fichte und dann noch eine Lage Buche aufeinander geklebt, um dem Wirbel Festigkeit zu verleihen. Natürlich ging nicht alles so leicht, denn nachdem die Saiten lagen, klapperten manche Tasten und ich musste einige wieder mühsam herausziehen und Filz aufkleben.

Dieses Instrument ist unter OPUS 2 betitelt. Das Erstlingswerk, die Orgel, befindet sich nach Jahrzehnten noch im Bau.

Die Hausorgel

Detailansicht

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